„Ich kann das nicht einen Tag vergessen.“

Das neue Leben des Mouctar Bah.

Von Margot Overath

Mouctar Bah wurde 1968 als erstes von fünf Kindern einer Arztfamilie in Conakry, Guinea, geboren. Sein Vater starb, als er 10 Jahre alt war. Neun Jahre danach holte ihn der älteste Bruder des Vaters, dem die Aufgabe zugefallen war, die Familie zu unterstützen, nach Berlin. Mouctar Bah arbeitete hart auf Baustellen und im Kühlhaus, gründete eine eigene Familie, und im Jahr 2003 machte er sich mit einem Internet- und Telefonladen in Dessau selbständig. Er freundete sich dort mit dem Asylbewerber Oury Jalloh an. Anfang 2005 verbrannte Jalloh in einer Zelle des Dessauer Polizeigefängnisses an Händen und Füßen gefesselt bei lebendigem Leibe. Wie war das möglich? Mouctar Bah stellte unbequeme Fragen und begann zu recherchieren. „In der Nacht habe ich manchmal Albträume, dann sehe ich Oury vor mir, er sagt zu mir, die lügen alle, niemals hätte ich mich selbst getötet, die haben mir das angetan“. Für seine unbequemen Fragen wird Mouctar Bah von den einen geehrt und den anderen abgelehnt. „Es gibt drei Dinge in meinem Leben, die alles verändert haben. Das erste war der Tod meines Vaters, das zweite meine Reise nach Deutschland und das dritte der Tod meines Freundes Oury Jalloh. Er hat mich ganz tief in meinem Herzen getroffen“, sagt Mouctar Bah. Die Sendung erzählt seine Geschichte.

Produktion: DLF 2011