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"Das Leben war hier eben so."

Aufzeichnungen aus Annaberg im Erzgebirge.

Produktion: Radio Bremen 1994

Im Jahr drei nach der Wende fuhr ich mehrmals ins sächsische Annaberg. Die Anfahrt war damals ein Abenteuer. In Chemnitz musste man die Autobahn verlassen und sich der B 95 anvertrauen, die in teils gestreckten, teils verwegenen Kehren langsam die Hügel hinaufkletterte. Ein bis zwei Stunden später, je nach Verkehrsaufkommen und Witterung, erblickte man die Bergstadt Annaberg am Hang des Pöhlberges. Einst im Mittelalter, zur Blütezeit der Silberbergbaus, Hort des Reichtums und der Dekadenz, Lieblingsstadt des Kurfürsten; vor 100 Jahren Treffpunkt der Kaufleute und Gelehrten, der Techniker und der Beamten - das "Klein-Leipzig" des Erzgebirges. Anfang der 90er Jahre, nachdem die ehemals volkseigene Textilindustrie der Konkurrenz aus dem Westen zum Opfer fiel, ist Annaberg die Stadt mit der höchsten Arbeitslosigkeit in Deutschland. Und dennoch ist Annaberg so wenig eine sterbende Stadt wie ihre Bürger schnell zu entmutigen sind. "Das Leben war hier eben so" - lapidar und nüchtern fiel die Antwort der Annabergerin Edith W. aus, als ich mehr über die Zeit im SED-Staat wissen wollte. Ähnlich sahen es der Theaterdirektor, die Klöpplerinnen, der Uranbergmann, der Chorleiter und viele andere.

Redaktion: Günter Demin
Regie:

 

Adam Ries (im Westen Adam Riese genannt) Rechenmeister und Bergbeamter zu Annaberg von 1523-1559. Ab 1525 bis zu seinem Tod betrieb 1559 er in seinem Haus in der Johannisgasse 23 eine Rechenschule.